Ursprung - Innstädter Faschingsfreunde Passau-Innstadt Aha

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Ursprung

Infos
Von Franz Danninger

Wo stammt der Fasching her? Aus Passau. In einer mittelalterlichen Urkunde der Passauer Tuchmacher ist zum ersten Mal von „vastchang“ und „Vaschanc“ (= Fastnacht) die Rede.Sie datiert vom 11.11.1283.
Darin geregelt wird unter anderem der letzte Umtrunk der Tuchmacher vor der strengen Fastenzeit.Es sind zwei kleine Urkunden, auf denen die Geburtsstunde der närrischen Zeit heutiger Prägung verzeichnet ist.Sie sind kleiner als DIN A 4 und tragen zwei Siegel, das des Domkapitels und das des damaligen Bischofs Gottfried, Protonotar König Rudolfs von Habsburg und Passauer Bischof von 1282 bis 1285.Die Pergament-Dokumente lagern im Hauptstaatsarchiv in München und sind dort gut aufgehoben, wie Archivrätin Dr.Genoveva Rausch versichert: „Bei uns herrschen um die 55 Prozent Luftfeuchtigkeit und 18 Grad Lufttemperatur.“
Die Loden- und Tuchmacherordnung trägt die Signatur „Hochstift Passau, Urkunden 207“ und legt in schwarzbräunlicher Handschrift die Regeln „vastchang“ = letzter Umtrunk vorm Fasten fest, denen sich die Angehörigen dieser Zunft zu unterwerfen haben. Und eine betrifft eben den „vastchang“ - ein Fest, ein Umtrunk, in dem ein letztes Mal gefeiert werden darf, bevor am Aschermittwoch die Fastenzeit beginnt.
Der Duden sagt zu „Vastschang, vaschanc“: „Die süddeutsche, ursprünglich bairisch-österreichische Bezeichnung Fasching erscheint im 13. Jahrhundert als vaschanc, vastschang und wurde als ,Ausschenken des Fastentrunks’ (mittelhochdeutsch schanc = Schenken) verstanden. Das auch als Freudenruf ,oho, vaschang!’ bezeugte Wort wurde dann im 17. Jahrhundert an die Wörter auf -ing angeglichen.“
Damit steht fest: Das Ursprungs-Wort des heutigen „Fasching“ stammt aus Passau. Die Loderer nannten sich bald in Tuchmacher um, als sie bessere Stoffe anfertigten. Prof. Wolfgang Schmids „illustrierte Geschichte der Stadt Passau“ beschreibt die neue Handwerks-Ordnung von 1283 näher: „... sie kennt neben dem ,grauen’, d.h. naturgrauen Loden bereits das schwarze Tuch, verbietet die Verwendung von alter Wolle, Rinderhaar oder Flachsabfall...“ Diese Handwerker siedelten sich in der damaligen „Lodergasse“ an, der heutigen Theresienstraße. Und dort muss es wohl zuweilen recht feuchtfröhlich zugegangen sein, wenn der letzte Umtrunk vor dem Fasten eigens in einer hochoffiziellen Urkunde geregelt werden musste. Diese Urkunde kannte auch Rudolf Reiser, der in „Glanzlichter bayerischer Geschichte“ schreibt: „1283 ist das erste deutsche Faschings- oder Karnevalsfest nachweisbar.“ Reiser ordnet es den „Webern der Dreiflüssestadt“ zu, wie Passaus „Obernarr“ Olaf Pint berichtet. Der Ehrenpräsident der Faschingsfreunde Innstadt ist natürlich begeistert über die Nachricht, dass „Fasching“ hier seinen Ursprung hat. Dass bereits die Römer etwas Ähnliches kannten, Feste mit Verkleidungen und dergleichen, das schmälert die Passauer Faschings- Erkenntnis in seinen Augen nicht.Überrascht zeigt sich Stadtarchivar Richard Schaffner nicht: „Die Passauer hatten schon immer eine eigene Art von Humor.

 
besucherzaehler-counter.de
Letzte Änderung 04.03.2017
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü